Etymologie
Der Name „Sodalith“ ist eine moderne mineralogische Neuschöpfung des frühen 19. Jahrhunderts und bildet sich aus zwei sprachlich unterschiedlichen Elementen: dem lateinischen sodium („Natrium“) und dem altgriechischen lithos (λίθος, „Stein“).[1] Die Wortbildung folgt einem typischen Schema der systematischen Mineralbenennung jener Zeit, bei dem zentrale chemische Bestandteile mit dem griechischen Grundbegriff für Gestein kombiniert wurden, um eine semantisch transparente und international verständliche Bezeichnung zu schaffen.
Erstmals taucht der Begriff „Sodalith“ 1811 in der Fachliteratur auf, als der schottische Chemiker Thomas Thomson (1773–1852) das Mineral auf Basis seiner chemischen Analyse benannte.[2] Die Aufnahme in die systematische Nomenklatur erfolgte durch James Dwight Dana (1813–1895), der die Terminologie in seinem Klassifikationswerk für Silikate standardisierte. Der Name setzte sich rasch durch und blieb sprachlich unverändert in den europäischen Wissenschaftssprachen erhalten. Abweichende volkssprachliche Formen sind nicht dokumentiert, was auf die ausschließlich wissenschaftliche Herkunft und Verwendung der Bezeichnung hinweist. Die Etymologie steht somit exemplarisch für die klassizistische Terminologie in der frühen mineralogischen Systembildung des 19. Jahrhunderts.
Überlieferung & Mythos
Da der Begriff Sodalith noch verhältnismäßig jung ist, existieren aus der Antike und dem Mittelalter keine direkt zuweisbaren Überlieferungen und Schriften, die das Mineral und seine Wirkung näher beschreiben. Gemäß den schriftlichen Überlieferungen der Neuzeit wurde das Mineral erstmals im 19. Jahrhundert im Ilímaussaq-Massiv in der Provinz Kitaa in Westgrönland gefunden. Über eine Sammlung des Mineralogen Thomas Allan gelangte es auf Umwegen um das Jahr 1810 in die Hände des Chemikers Thomas Thomson der das Mineral in Abgrenzung zu anderen seinerzeit bekannten blau und grünfarbenen Mineralien und Feldspaten, wie den Sahlite und Natrolite beschrieb. Kennzeichnend für jene Zeit wurde es mit dem Aufstieg der Wissenschaften überwiegend aus chemischer Sicht untersucht und war als solches Untersuchungsgegenstand der seinerzeit mächtigen Royal Society die im 19 Jahrhundert stark danach strebte alle Gesteine und Mineralien exakt chemisch und mineralologisch voneinander zu differenzieren. Ob das Mineral bereits zuvor bekannt war und genutzt wurde lässt sich da wissenschaftliche Belege fehlen nicht belegen. Farbe und Ähnlichkeit mit den Mineralien Lapis Lazuli und Lasurit legen aber eine hohe Verwechslung mit diesen Steinen nahe.
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